Agrikultur und Tierhaltung

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Agrikultur und Tierhaltung

Im Gegensatz zu konventioneller Landwirtschaft liegt dem biologischen und biologisch-dynamischen Landbau ein nachhaltiger Kreislaufgedanke zugrunde. Das wirkt sich positiv auf die Umwelt und auf die Qualität der Rohwaren aus. Daher ist es besonders wichtig, zukünftige Bauern für die ökologische Landwirtschaft zu gewinnen. Holle ist von der ökologischen Landwirtschaft als die einzige zukunftsfähige Form der Agrikultur überzeugt. Aus diesem Grund wurden bei Holle schon immer Rohwaren aus biologischer und bio-dynamischer Landwirtschaft bezogen – und zwar als einer der ersten Demeter-Vertragspartner überhaupt. Damit dieser nachhaltige Kreislaufgedanke funktioniert, ist darüber hinaus eine artgerechte Tierhaltung obligatorisch.





1. Ökologische Landwirtschaft als einzig zukunftsfähige Form der Agrikultur

Der ökologischen Landwirtschaft geht es um mehr als die reine Bewirtschaftung von Agrarflächen. Ihr Ziel ist nicht die kompromisslose, kurzfristige Steigerung von Erträgen, vielmehr steht ein ganzheitlicher Kreislaufgedanke im Mittelpunkt. Wichtige Nährstoffe, die dem Boden entzogen werden, gibt man ihm auf natürliche Weise wieder zurück – und erhält bzw. fördert auf diese Weise die Bodenfruchtbarkeit. Ausserdem werden lokale Gegebenheiten berücksichtigt und negative Nebeneffekte für Mensch und Umwelt vermieden. Dadurch sind auch die erzeugten Rohwaren von einer ganz besonderen Qualität. Doch nicht nur auf die Qualität der Erzeugnisse wirkt sich ökologischer Landbau positiv aus, sondern weit darüber hinaus. Jeder muss sich daher darüber bewusst werden, welche Bedeutung Agrikultur für die Zukunft hat – und daraus die richtigen Schlüsse ziehen. Für Holle bedeutet das, den ökologischen Landbau zu fördern – durch die Verwendung von biologischen und bio-dynamischen Rohwaren.

Der Erhalt und die Förderung der Bodenfruchtbarkeit

Von zentraler Bedeutung sowohl im biologischen als auch im bio-dynamischen Landbau sind der Erhalt und die Entwicklung der natürlichen Ressourcen. Die ökologische Landwirtschaft fördert dabei die Fruchtbarkeit und Gesundheit der bearbeiteten Böden und sorgt dafür, dass organische Substanz erhalten bleibt. Dadurch können sich Mikroorganismen, die für die Böden von enormer Wichtigkeit sind, kontinuierlich vermehren. Sie erhöhen die Chance, dass Bodenkrankheiten oder Schädlinge auf natürliche Weise unterdrückt werden, und versorgen Wurzeln mit allen nötigen Nährstoffen.

Die Vermeidung von Erosion

Ein biologisch bewirtschafteter Boden schützt durch seine besonders strapazierfähige Struktur auch vor Erosion, die wir vor allem aus den Tropen und Wüstengegenden kennen. Jedoch tritt Erosion mittlerweile auch vermehrt in Mitteleuropa und Deutschland auf – als Folge intensiver Monokulturen. Erosion kann zu einer Bodenverarmung und im schlimmsten Fall zu einer Bodenzerstörung führen.

Ein nachhaltiger Umgang mit Wasser

Ein weiterer Vorteil durch die ökologische Landwirtschaft verbesserte Bodenstruktur ist das Wasserhaltvermögen der Böden. Dies führt dazu, dass weniger bewässert werden muss und somit auch weniger Nährstoffe ausgewaschen werden. Viele Umwelt- und Wasserbilanzen kommen mittlerweile zu dem Ergebnis, dass biologisch erzeugte Produkte, im Vergleich zu konventionellen, keine bzw. nur einen Bruchteil der Wasserverschmutzung verursachen. Dies liegt hauptsächlich daran, dass im ökologischen Landbau auf chemische Pflanzenschutzmassnahmen verzichtet wird.

Die Vermeidung von Monokulturen

Monokulturen führen zwangsläufig zu einem Nährstoffmangel in den Böden und machen sich anfälliger für Krankheiten. Wer nach ökologischen, aber vor allem nach biologisch-dynamischen Richtlinien wirtschaftet, verzichtet auf Monokulturen. Hauptargumente für Monokulturen sind meistens die grössere Effizienz und höhere Erträge. Vergleicht man jedoch die Gesamterträge je Fläche unter Berücksichtigung der gesamten Fruchtfolge, stellt man fest, dass konventionelle Monokulturen oftmals nicht besser abschneiden.

Der Erhalt einer vielfältigen Flora

Indem ökologische Landwirtschaft die Artenvielfalt fördert und auf Monokulturen verzichtet, trägt sie zu einer vielfältigen Flora auf den Höfen bei – ein ideales Zuhause für zahlreiche Lebewesen, die das Schädlich-Nützling-Verhältnis im Gleichgewicht halten. Aufgrund der abwechselnden Fruchtfolge fällt zudem eine grosse Menge unterschiedlicher Biomasse an – In Verbindung mit tierischen Misten der perfekte Dünger.

 

2. Artgerechte Tierhaltung bei Demeter obligatorisch

Demeter schreibt als einziger Bio-Anbauverband seine Tierhaltung für landwirtschaftliche Betriebe obligatorisch vor. In der biodynamischen und ökologischen Tierhaltung wie Demeter sie betreibt, liegt der Fokus insbesondere auf der Lebensleistung, der Fitness und der Gesundheit der Tiere. Aus diesem Grund kommt eine artgerechte Haltung der Tiere mit genügend Platz und Auslauf vor bestimmten Höchstleistungsmerkmalen, anhand derer konventionell gezüchtete Tiere meist selektiert werden.

Um eine wesensgemässe Entwicklung bei Tieren zu gewährleisten, verzichtet Demeter deshalb beispielsweise konsequent auf das schmerzhafte Enthornen bei Kühen oder auch Kupieren von Ohren und Schwänzen bei Schweinen. Das Verabreichen von Medikamenten wie Antibiotika oder Hormonen ist strengstens verboten. Zudem werden die Tiere in kleinen Herden gehalten, um ein gesundes Rang- und Sozialverhalten zu ermöglichen. Es wird darauf geachtet, dass sich die Tiere ungeniert und frei bewegen können – sowohl in ihren Ställen als auch an der frischen Luft. Als Folge davon wird jeder Stall und jedes Gehege genauestens an die einzelnen Bedürfnisse der verschiedenen Tierarten angepasst.

Gleichzeitig vertritt Demeter strenge Futter-Richtlinien: 100% des Futters muss Bio-Futter sein – 2/3 des eingesetzten Futters davon den Demeter-Richtlinien entsprechen. Für Demeter gehören Tiere auf dem Hof zum natürlichen Hoforganismus dazu. Durch ihren Mist, der durch den Einsatz von Präparaten aus Kräutern, Mineralien und Kuhmist zum wertvollen Dünger wird, sorgen sie für eine Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit. Aus diesem Grund werden Kühe nicht nur wegen ihren Erzeugnissen wie Milch oder Fleisch gehalten. Bei der späteren Verarbeitung von Fleisch sind nur absolut notwendige Zusatzstoffe erlaubt. Jodierung, Nitritpökelsalz und so genannte natürliche Aromen sind verboten.

3. Holle: Gleichgewicht zwischen Mensch, Tier und Natur

Ganzheitlich wirtschaften für Mensch und Natur

Die genannten Aspekte machen eines deutlich: Biologische Landwirtschaft ist keine Option, sondern eine Notwendigkeit – für Holle bereits seit über 80 Jahren. Denn seit der Gründung Holles werden Rohwaren aus biologisch-dynamischen Anbau verwendet. Unser Ziel ist es, Landwirtschaftsformen zu unterstützen, die im Einklang mit der Natur ökonomisch sinnvoll wirtschaften. Dieser respektvolle Umgang im Einklang mit der Natur spiegelt sich darüber hinaus im Leben der Tiere wieder. Sie bekommen dadurch die Möglichkeit, so artgerecht wie nur möglich zu leben. Als Folge davon wird ein Gleichgewicht hergestellt zwischen Leistung, Lebensdauer und Qualität der späteren Rohwaren.



Gemeinsam für ökologischen Landbau

Die Rohwaren von Holle beziehen wir grösstenteils von Anbauern, die nach den Richtlinien der Verbände Demeter und Bioland zertifiziert sind. Wir sind davon überzeugt, dass dieser Anbau gemeinsam mit den Verbänden einen wichtigen Beitrag für die Weiterentwicklung der Landwirtschaft leisten. Durch unsere Mitgliedschaft bei Demeter und Bioland sowie im Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) unterstützen wir deren Arbeit und Engagement für mehr Bildung und Forschung. Denn letztendlich tragen alle Verbesserungen in der ökologischen Landwirtschaft auch zu einer höheren Qualität der Rohwaren bei. Unsere aktive Mitarbeit in den Verbänden hat dazu beigetragen, dass Richtlinien für diverse Säuglingsnahrung entwickelt wurden. Darüber hinaus sehen wir es als besonders wichtig, auch zukünftig weitere Bauern für ökologische Landwirtschaft zu gewinnen.



Quellen:

Demeter Tierhaltung (PDF)


Demeter Fleisch

Demeter wesensgemässe Tierhaltung