Palmöl in der Säuglingsmilchnahrung

Veröffentlicht am Veröffentlicht in Allgemein

Palmöl ein wichtiger Bestandteil der Holle-Säuglingsmilchnahrungen

Als Hersteller von biologisch-dynamischer Säuglingsnahrung und ältester Produzent mit Demeter-Lizenzvertrag sind wir uns unserer hohen Verantwortung gegenüber Mensch und Umwelt bewusst.

Säuglinge haben physiologische Besonderheiten, die wiederum ganz spezielle Anforderungen an die Nährstoffzufuhr stellen. Speziell für den Säugling im ersten Lebensjahr ist ein hoher Anteil an gesättigten Fetten in der Säuglingsmilchnahrung für eine gesunde Entwicklung notwendig. Die Säuglingsmilchnahrung orientiert sich am Vorbild der Muttermilch welche zu 51 % gesättigte Fettsäuren enthält.

Daher werden auch für Säuglingsmilchnahrungen im allgemeinen Mischungen von verschiedenen pflanzlichen Ölen verwendet. Palmöl ist das Öl aus dem gepressten Fruchtfleisch der Ölpalme. Dieses Öl ist integrativer und wichtiger Bestandteil der Holle-Säuglingsmilchnahrungen.

Die meisten Pflanzenöle bestehen überwiegend aus einfach oder mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Es gibt nur sehr wenige Pflanzenöle, die einen hohen und für Säuglingsnahrung ausreichenden Gehalt an gesättigten Fettsäuren enthalten. Unter diesen nimmt Palmöl eine besondere Stellung ein, da die anderen in Frage kommenden Öle unerwünschte Komponenten enthalten. Um die in Muttermilch vorhandene Palmitinsäure abzubilden, ist Palmöl sehr geeignet.

Palmöl ist deshalb zusammen mit Raps- und Sonnenblumenöl für Holle ein unverzichtbarer Bestandteil der Fettmischung, welche wir für die Produktion der Säuglingsmilchnahrungen einsetzen.

Ein Ausweichen von Palmöl zu Kokosöl ist allein aufgrund des Fettsäuremusters nicht empfehlenswert, da dieses zu viel Laurin- und Myristinsäure enthält. Ein weiterer Nachteil von Kokosöl ist, dass es mehr schäumt und dadurch zu vermehrten Blähungen beim Kind führen kann. Palmöl hingegen zeigt sich wesentlich verträglicher für viele Kinder, dies ist vor allem auch darauf zurückzuführen, dass Muttermilch selbst Palmitinsäure enthält. Heimische Öle wie Raps- und Sonnenblumenöl enthalten überwiegend ungesättigte Fettsäuren und eignen sich in Säuglingsnahrung nicht pur.

Holle-Säuglingsmilchnahrungen schneiden bei MCPD & GE-Gehalt mit sehr gut ab

Aus Gründen der Haltbarkeit müssen pflanzliche Fette und Öle raffiniert werden. So werden auch unerwünschte Bestandteile herausgefiltert und machen das Öl geniessbar. Bei der Raffination können aber auch andere unerwünschte Stoffe (z. B. MCPD) neu entstehen. Betroffen ist hier nicht nur das Palmöl, sondern alle pflanzlichen Öle.

Das Verfahren der Raffination entspricht dem heutigen Stand der Technik. Im Rahmen des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses ist es uns ein wichtiges Anliegen die unerwünschten Stoffe weitmöglichst zu minimieren. So wurden bereits in den letzten Jahren enorme Fortschritte zur Optimierung der Raffinationsprozesse gemacht: es können heute Fettchargen produziert werden, in welchen sich kaum unerwünschte Stoffe mehr nachweisen lassen.

Seit Februar 2018 ist die neue Verordnung der EU-Kommission hinsichtlich der Höchstgehalte von Glycidyl-Fettsäureestern in pflanzlichen Ölen in Kraft getreten.

Die Holle Säuglingsmilchnahrungen auf Kuh- sowie Ziegenmilchbasis wurden auf Glycidyl und MCPD getestet und mit sehr gut bewertet.

Bei Holle wird jede einzelne Fettcharge in der Produktion getestet. 95 % aller Analysen zeigen 3-MCPD < 0.1 mg/kg Fett. Die restlichen 5 % liegen < 0,2 mg/kg Fett.

Erst > 0.24 mg/kg Fett würden wir den ehemaligen TDI (Tolerable Daily Intake) von 0.8 mg/kg Körpergewicht (KG) erreichen. Der neueste und derzeit aktuelle TDI (von EFSA) liegt sogar höher und zwar bei 2 mg/kg KG. Um den zu überschreiten, müssten > 0.6 mg 3-MCPD/kg Fett enthalten sein.

Bei Glycidol (GE-Gehalt) gelten die gesetzlichen Grenzwerte. Hier liegen die Werte im gleichen tiefen Rahmen und die Grenzwerte werden gut eingehalten.

Hier finden Sie die Verordnung (EG) Nr. 1881/2006 in voller Ausführung.